Brief – Schulsozialarbeiterin Sabine Heim

Liebe Schülerinnen und Schüler der Realschule, ich schreibe Euch einen Brief, weil mir der Kontakt zu Euch fehlt! Ich weiß nicht, wie es Euch in den letzten Wochen gegangen ist und was Ihr über die kommenden Wochen denkt. Weil ich genauso wie Ihr sehr wenig planen kann, erzähle ich Euch, was mich beschäftigt. Sehr froh bin ich, dass es mir und meiner Familie gut geht. Ich hoffe, dass das so bleibt. Gleichzeitig hoffe ich, dass es Euch und Euren Familien auch gut geht! Gut wäre, wenn niemand von uns einen schlimmen Verlauf der Corona-Infektion erleben muss. Ich kenne einige Menschen, die die Virusinfektion schon überstanden haben. Die meisten in unserer Schulgemeinschaft werden keinen Test gemacht haben. Sie wissen nicht, ob sie eine leichte Form von Corona schon gehabt haben oder sich noch anstecken können. Deshalb bin ich der Meinung, dass ein vorsichtiger Weg bei der Schulöffnung und Schutzmaßnahmen ganz klug sind. Ich gehe mit Maske einkaufen und finde, man kann sich daran gewöhnen.

Glücklicherweise haben wir keine Ausgangssperre wie in anderen Ländern oder Städten, denn ich bin gerne draußen zum Werkeln und fast jeden Tag in der Natur unterwegs. Zu Fuß oder mit dem Rad eine Runde drehen und die Frühlingsveränderungen sehen, das tut mir gut. Die Schwalben sind zurückgekommen und beziehen wieder ihre Nester an unserem Haus. Die Düfte und Farben an gemütlichen Sitzplätzen, in der Sonne liegen und ein Buch lesen, überlegen, was es Leckeres zu essen gibt…. Ja, es gibt vieles zu genießen. Für mich fühlt sich die Corona-Zeit mal gut und mal schlecht an. Ihr wisst, dass ich zu denen gehöre, die vor zu viel Medienzeit warnen. Deshalb muss ich innerlich lachen und zugeben, dass die Nützlichkeit derzeit überwiegt. Wie die meisten Menschen verbringe ich in diesen Tagen auch viel Zeit vor bzw. mit Medien. Ich bin froh über die Kontakt- und Informationsmöglichkeiten. Ein Berufs- und Alltagsleben ohne Internet kann ich mir zwar vorstellen, weil ich das viele Jahre erlebt habe. Trotzdem möchte ich auf die digitale Vernetzung nicht mehr verzichten. Ich bin gespannt, wie die Medienentwicklung in den Schulen weitergeht und welche Dinge wir aus der Schulschließungszeit lernen können und dann verändern. Das Schulhaus ist ohne Euch leer und langweilig. Auf Zeitdruck und Terminstress kann wahrscheinlich jeder von uns ganz gut verzichten, aber leider müssen wir auch auf viele schöne Begegnungen, Treffen mit Freunden und auf Feste verzichten. Am meisten stört mich die Unklarheit, wann es wie und wo weitergeht. Dass die Abschlussklassen bald ins Schulhaus kommen, ist ein Anfang. Aber ich würde gerne wissen, wie es für die große Mehrheit der anderen Klassen weitergeht. Es ist eine interessante Erfahrung, dass die Planungen im Kalender keine Rolle mehr spielen. Für einen Fan von Schuljahresplanern und Projektplänen wie mich ist das eine harte Nuss. Einen Tag nach dem andern, höchstens eine Woche kann man einteilen und überblicken. Ihr bekommt Lernpakete und ich habe auch einige Arbeitspakete geschafft. Veränderungen können traurig und nervig sein. Aber sie fordern mich auch heraus und bringen mich auf neue Ideen. Bestimmt habt Ihr auch manches ausprobiert. Etwas Neues beim Lernen, Spielen, Kochen, Sport usw. Ich freue mich, wenn etwas klappt, zum Beispiel das Basteln einer Schutzmaske. Manches geht auch schief, aber zum Glück gibt es ja andere Menschen, die ich um Tipps und Hilfe fragen kann. Ich gehe davon aus, dass Ihr in Eurer Familie aufeinander achtet und Euch gegenseitig unterstützt. Viele werden sich auch Mitschülern gegenüber so verhalten. Ich traue Euch viel zu und kenne Eure Stärken. Trotzdem ist vieles ungewohnt und kann stressig werden.

Wenn es jemandem nicht gut geht und sie oder er mit einem Problem selbst nicht weiter kommt, gilt dasselbe wie bisher: Wenn Ihr meine Hilfe gebrauchen könnt, bin ich für Euch erreichbar. Vormittags telefonisch im Schulhaus und zusätzlich einfach Nachrichten auf der Mobilnummer oder durch Email. Ihr könnt auch über Eure Lehrer den Kontakt zu mir herstellen. Oder einen Brief schicken oder an der Schule beim Lehrereingang in den Briefkasten werfen. Oh, vielleicht ist jetzt der Eindruck entstanden, dass man sich nur melden darf, wenn man ein Problem hat. Typisch Schulsozialarbeiter! Natürlich freue ich mich auch, wenn ich von Euch höre, dass es Euch gut geht. Oder es geht um eine Frage, die nichts mit dem Lernstoff zu tun hat. Gute Ideen von Euch für die Schulgemeinschaft sind immer gefragt. Und Wünsche….. Auf jeden Fall wünsche ich Euch alles Gute und grüße Euch herzlich,

Sabine Heim Tel. 07443/ 9629-29 0172/ 4434639 Mail: heim.schule@gmx.de Adresse: Waldstr. 16, 72280 Dornstetten